Posterous theme by Cory Watilo

Wie die Telekom einem den letzten Nerv raubt.

Die Telekom und ich

das war noch nie eine einfache Beziehung.

Wenn es lief, lief es, aber das war auch der einzige kleine Trost, der jedes mal das Trauma des Weges davor übertünchen musste.

DSL und Telefonanschluss anmelden?

Beim ersten mal ein überforderter Mitarbeiter in einem T-Punkt, der super Router verkaufen kann und es schaffte den Auftrag so falsch ins System abzulegen, das eine seiner Kolleginnen Monate später anrief und frug was es damit auf sich hätte.

Nach 3 Wochen einen anderen T-Punkt aufgesucht, wenig später hats dann funktioniert.

Upgrade auf 25 Mbit/s lief problemlos während der Laufzeit.

Vorzeitige Kündigung wegen Zusammenzug mit einem anderen Telekomvertrag?

Wieder 3 Wochen hin und her, Leugnung, unfreundliche bis ahnungslose Mitarbeiter.

Am Ende dann doch irgendwann Vollzug, Porto um den Router zurückzuschicken empfindet man irgendwann als legitimer Preis sich von der Scheiße freigekauft zu haben.

Irgendwann der Leichtsinn, sich ein Smartphone inklusive Vertrag bei der Telekom zu kaufen.

Ich erzählte davon

Was ich wohl im Wahn verschwieg, natürlich war die Sim-Karte nach der langen Lieferzeit sicherheitshalber deaktiviert worden und nutzlos. Es musste also nochmal eine neue versendet werden, bei der _oh Wunder!_ auf einmal auch die Lieferzeit ab 17 Uhr legitim war.

Und Wunder oh Wunder, diese SIM-Karte war veraltet, weshalb es dauernd zu Verbindungsabbrüchen kam und ich auf eigene Rechnung eine neue SIM bestellte (ja man kann die neue Generation explizit bestellen, was nicht bedeutet, das nicht auch die alten noch rausgehauen werden um im Zweifel Kunden zu verarschen)

An Service habe ich da nicht mehr gedacht. Irgendwann ist es auch Service, wenn jeder Telekommitarbeiter weit genug entfernt ist, um mich vor einer langjärigen Haftstrafe wegen schwerwiegender Affekthandlung zu bewahren.

Und jetzt.

Jetzt wollte Frau eines von den neumodischen Smartphones mit einem Vertrag dran, aber gerne der alten Nummer.

@Telekom_hilft sagt man kann xtra auf Combicard umprokeln, Telekomforum sagt, man kann das tun. Telekom-Hotline war nicht dazu in der Lage.

Stattdessen eine neue Karte mit entsprechendem Vertrag andrehen lassen und dem Versprechen, man werde dann nach Aktivierung dieser Karte die alte Nummer auf neue Karte/Vertrag übertragen.

2 Tage nach Erhalt/Aktivierung nachgefragt.... "Ja wir machen das, ich gebe das nochmal weiter"

Letzten Samstag nochmal nachgefragt....

"Ja sie müssen erstmal die Xtra kündigen und dann die Mitnahme beantragen, wir schicken ihnen das zu"

Heute einen dämlichen Standardbrief bekommen,

ohne Kündigungsformular

dafür ein kaum leserliches Formular zur Rufnummernmitnahme, auf dem ich doch bitte die Nummer und den vorherigen Anbieter nebst Kündigungsbestätigung eintragen soll.

Danke.

Dafür wollte man mir an der Hotline schon meinen DSL-Vertrag aufwerten und ein Handy verkaufen.

Mein Problem sehe ich immer noch nicht gelöst, dafür aber habe ich jetzt das verlangen einen oder mehrere Brandsätze in Telekomserviceräumlichkeiten zu platzieren.

Dieses System ist an sovielen Stellen broken, mir fehlen die Worte.

Ich überlege noch, ob ich noch ein paar Wochen weiterhin nutzlosen Service anrufen soll oder Nerven sparen und Frau überreden einfach ihre neue Nummer zu lernen /verteilen.

Sollte die Telekom jemals bankrott sein und des Abrisses bedürfen, ich würde Arbeitskraft und Vorschlaghammer umsonst anbieten.

Traumabewältigung.

Neuseelands Anbauprivatisierung eine zweite Heilkräuterpetition

Erinnert ihr euch noch an die Heilkräuterpetition?

Das war eine der am meisten gezeichneten Petitionen des deutschen Bundestags. Mit dem Ergebnis, das über 100.000 Menschen sich einer Sache angeschlossen haben, die keinerlei Hand und Fuß hatte.

Damals ging es um ein Gesetz, das "traditionelle Mittel" zur medizinischen Anwendung leichter und vorallem auch einheitlich zugelassen werden. Kein Wirknachweis, aber (Achtung) Kontrolle der Sicherheit ihrer Bestandteile ähnlich Lebensmittelrecht.

Ein riesen Aufschrei ging durch die Lande, denn man wolle hier Pfefferminztee verbieten und die Gartenpetersilie wäre nurnoch in der Apotheke zu erwerben.

Globale Konzerne wollen den Heilkräutergarten verbieten hieß es damals.


Alles heiße Luft.

Etwas ähnliches läuft gerade in Neuseeland und dank Internet auch hier gerade wieder durch die Lande.

Die Neuseeländer reformieren ihr Lebensmittelrecht, das momentan auf dem Stand von 1981 ist.

Ziel dabei ist es wohl das ganze an heutige Gegebenheiten anzupassen, was heißt, das Menschen und Firmen für die Lebensmittel, die sie verkaufen wollen, die Sicherheit prüfen müssen und das ganze auch staatlich überwacht wird.


Bei einer jährlichen Zahl von 200000 Lebensmittelvergiftungen vllt. auch nachvollziehbar.

In Deutschland gibt es zum Vergleich etwa genauso viele Lebensmittelvergiftungen, nur das wir etwa 80 Mio Einwohner haben und nicht 4.4 Mio.

Aber es ist, wie es ist.

Der Staat will mehr Kontrolle und da Staaten ja korrupt sind und sich von Konzernen kaufen lassen, müssen staatliche Gesetze nunmal grundsätzlich den Bürger in seiner privaten Freiheit einschränken.

(In Neuseeland reden nichtmal die Gesetzesgegner davon, das irgendwer den Anbau im heimischen Garten verbieten will)

Es geht immerhin ums Geschäft.

Das es auch _nur_ ums Geschäft geht, haben allerdings außerhalb von Neuseeland anscheinend nur wenige begriffen.

Hier ein paar Zeilen dazu aus Google News rausgepopelt:

 Food, glorious food - but what a price  http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10781924

 Food rules leave sour taste http://www.stuff.co.nz/nelson-mail/features/6402852/Food-rules-leave-sour-taste/

 It's a hard act to swallow for some http://www.stuff.co.nz/taranaki-daily-news/life-style/6402231/Its-a-hard-act-...

 Food Bill: Food Deserves Better Scrutiny http://www.stuff.co.nz/dominion-post/comment/6266193/Food-deserves-better-scr...

 Govt allays fears over food safety reforms http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10781494

Zeiten der Ökonomie

ARD und ZDF sollen kein Text mehr ins Internet stecken dürfen.

Das fordern die Zeitungsverlage. 

Die offensichtliche Argumentation: Keine öff.-rechtl. Texte mehr im Netz = mehr User die zusammengeklickte Agenturmeldungen lesen.

Klar. Sollte die FAZ oder die Sueddeutsche mal pleite gehen, würde ich natürlich auch sofort die Bild-Zeitung kaufen. Was liegt denn näher?

Von der anderen Seite werden die Fernsehsender auch früher oder später kommen und sagen Videoclips, Mediathek im Internet, umsonst? Geht ja garnicht.

Wer brauch schon Tagesschau, wenn er das Perfekte Dinner für 0,99€ die Folge oder 4,99€ im Monat angucken kann?

Gratisgerichtsurteile für Jedermann nachlesbar? Klar Wettbewerbwidrig!

Musik im Internet? Alles raubmordkopiert. Gemavermutung my ass.

Überhaupt... Privatkopie? Bilder die Firmenlogos ähneln? Buch-,Filmkritiken. Menschen die einfach irgendwas ins Internet schreiben und das ohne Prüfung der markt- und wirtschaftsrechtlichen Konformität?

Das Internet als Wirtschaftsraum, in dem jeder erstmal Firma ist und derjenige gewinnt, der seinen Wirtschaftszweig am lautesten vertritt. Ausschalten der Öff. Rechtl. als wirtschaftsfördernde Deregulierung des Nachrichtenmarktes.

Der User als stummer Kunde, als reiner Konsument. Sobald er produziert aber sofort rechtlich gleichgestellt mit den großen Content- und Verwertungsfirmen dieser Welt, nur ohne Anspruch auf Kostenvorschluss für eine gleichgroße Rechtsabteilung. Dazu passen auch gut unsere Datenschutzgesetze. Datenerhebung ist verboten, bis der Kunde explizit einwilligt. Das Menschen freiwillig Daten abgeben wollen, weil sie sich daraus Vorteile versprechen, ist nicht vorgesehen.

Keine Kostenloskultur, es geht ums Geschäft!

Datenbanken verkaufen ist natürlich okay.

In der Politik und auch im Recht gibt es keinen Kulturraum Internet.

Solange diese Ansicht sich nicht ändern, wird es immer neue SOPA, PIPA, ACTA geben. Ihre Ablehnung ist immer nur eine Reaktion auf Protest, nie jedoch Zeichen der Erkenntnis, warum dieser Aufschrei überhaupt erklingt. Am Ende ist es eine Frage wer länger durchhält.

Und auch das ist Ökonomie, eine Frage der Ressourcen.

Oder mit anderen Worten: Ich habe kein Geld deine Zeitung zu kaufen, weil ich statt arbeiten zu gehen, um Geld zu verdienen, dagegen protestieren gegangen bin, das du mich in einen Konsumentenkäfig sperren willst.

Der Umgang der Verwerter mit dem Internet und jenen die es als Kulturraum lieb gewonnen haben ist die größte Werbekampagne der Geschichte. Niemals hat jemand konsequenter darum geworben, nicht gemocht oder gekauft zu werden.

Und manchmal ergehe ich mich dann in der Fantasie, was wäre, wenn wir wirklich einfach nicht mehr konsumieren würden? Wirklich eine Woche keine Filme runterladen oder als DVD kaufen, keine Musik, keine Zeitungen.

Eine Woche lang keine Texte, keine Filme, keine Musik. nicht laden, nicht kaufen, nicht konsumieren.

Streik.

Natürlich wird das nicht passieren, dafür sind die Meisten zu bequem.

Aber die Vorstellung. Die Vorstellung, wie diese Menschen schauen würden, wenn ihnen klar wird, das sie die ganze Zeit Menschen ins Gesicht schlagen, auf deren Konsum sie existenziell angewiesen sind und es einen Punkt gibt, an dem diese Toleranz überschritten ist.

Bei der Vorstellung muss ich ein wenig in mich hineinkichern. Das macht auch mehr Spaß, als zu lesen, was als nächstes verklagt, verboten oder totreguliert werden muss um die Wirtschaft zu retten.

Im Internet gilt längst die marktkonforme Demokratie.

 

Gedanken zur Ehe

Wie so oft sind es äußere Einflüsse, die einen nachdenken lassen, über Dinge die man bisher eher unbedacht akzeptierte. Aktuell war es an der Zeit über die Ehe nachzudenken und der Kritik daran zu heiraten.

Ehe.

Ehe ist die einzige Möglichkeit einer zueinander empfundenen Gemeinschaft einen umfassenden rechtlichen Rahmen zu geben, so fern man nicht mit dem Partner das gleiche biologische Geschlecht teilt.

Will ich gemeinsames Sorgerecht, Erbrecht, Versorgungsrecht, will ich eine Anerkennung vom Staat, das zuallererst ich es bin, der für meinen Partner das Recht und die Pflicht hat einzustehen und zu entscheiden, wenn er es nicht kann, so bleibt mir in einer  Beziehung zwischen einem biologischen Mann und einer biologischen Frau nur der Weg über die Ehe.

Gleichzeitig begünstigen dieser staatliche Rahmen aber auch Dinge wie die Benachteiligung der Frau. Ehegattensplitting und u.a. der in der Regel niedrigere Verdienst der Frau führen bei reiner Finanzrationalität dazu das der Beserverdiener, der Mann, arbeiten geht, während Frau sich um ein bis drei Ks kümmert.

Dieser Weg ist nicht festgeschrieben, aber unter gewissen Vorraussetzungen der Weg des geringsten Wiederstandes.

Man kann diesen Weg erkennen und man kann versuchen ihn bewusst nicht zu gehen, man kann ihn auch ablehnen und darum bemüht sein, die Vorraussetzungen und Implikationen die eine Ehe an diesen Weg binden, zu verändern.

Und an diesem Moment kommen wir wieder an den Punkt der Politik. Gesetze macht der Bundestag, das Bedürfnis nach staatlicher Anerkennung der Beziehung aber kommt idealerweise aus dem Herzen (oder wo man nun sein Gefühlszentrum vermutet).

Ist man politisch aktiv, landet man dann immer wieder in der Glaubwürdigkeitsfalle. Kann man Teile des rechtlichen Rahmens glaubhaft kritisieren und verändern wollen, wenn man sich hinein begibt? Oder wird man davon angepasst?

Ist die in der Zukunft zu verortende Bestrebung nach einer Reform des Partnerschaftsrechts dem jetzigen Wunsch nach Sicherheit und Anerkennung überzuordnen?

Meiner Meinung nach ist das zuallererst eine Frage an die Beteiligten. Die Ehe ist erstmal ein Verwaltungsakt, wie man ihn umsetzt, hängt von den Ehepartnern ab und vllt. auch davon, was man bereit ist für die Gleichberechtigung des Partners zu tun.

Til Schweiger mal wieder ganz unverblümt

Zum Querdenkerpreis gabs von br Bayern2 Radio einen kurzen Beitrag mit Interview, in dem Til mal wieder freimütig einräumte sehr tollerant zu sein, solange man ebend nicht den Anschein erweckt FDP-Wähler zu sein oder sich gegen Vorratsdatenspeicherung ausspricht. Interessant wäre noch gewesen, wo doch die Assoziation von Til Schweiger und "denken" immer weiter nachlässt, wie er Islamismus und Faschismus definiert. Aber ob wir das wirklich wissen wollen?

Moneyquote Til Schweiger:

ich bin total für multikulti
aaaber
ich bin nicht für islamismus.
ich bin auch nicht für faschismus.
aalso..
ich bin vorallem gegen die fdp, die sagt:
wir brauchen keine vorrats....speicherung,
also ..datenspeicherung.
also ich bin... dafür das wir unsere demokratie
und unsere freiheit verteidigen
gegen islamisten und gegen fucking nazis
und deswegen sage ich:
heeeey let's stay together und let's not vote for the fdp.

Ich schließe mich den Schlussworten des Beitrags an:

das mit verlaub war nicht nur quer gedacht, sondern geradezu querfeldein über den acker und in den wald, wo am ende die fdp vor lauter nazis und islamisten nicht mehr zu sehen war.

 

Quelle: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturwelt/querdenkerpreis100.html

Ein Erster Parlamentarischer Geschäftsführer macht noch keinen Internetfrühling

Peter Altmaier war im Medienradio, also habe ich mir den Podcast gestern unterwegs zu gemüte geführt. Wie erwartet bin ich dabei zwiespältig zurückgeblieben.

Persönlich glaube ich ihm seine neu entdeckte Begeisterung für Internet und soziale Netze, gleichzeitig war auch nicht zu überhöhren, das er sie zwar als Bereicherung für sein Leben und seine Arbeit begreift, aber sich nicht im Stande sieht, diesen neuen Standpunkt weiter als über die persönliche Ebene zu seinen Bundestags- und Fraktionskollegen weiterzugeben.

Gerade seine Antworten zum Grundrecht Internet (in der FAZ verglich er dessen Wichtigkeit mit der Wichtigkeit von Grundnahrungsmitteln) haben mich persönlich als ehemaliges Hartz4-Kind enttäuscht (Danke an das Versandhaus Quelle, für die akzeptierten 25€ Monatsraten für meinen ersten PC).

O-Ton war hier, wie auch bei den anderen internetbetreffenden Forderung, der Bürger müsse seine Abgeordneten stärker mit dem Thema konfrontieren, damit es auch nur annähernd auf der Prioritätenliste nach oben rutscht. Denn große Bereiche der Bevölkerung ( Altmaier nimmt hier das Beispiel seiner Mutter) hätten immernoch keine Ahnung und dementsprechend kein Interesse vom/am Internet.

Ehrlich gesagt, habe ich damit gerechnet. Altmaier ist trotz aller Sympathie nunmal der gestandene 'Real'politiker. Und der Realpolitiker von heute, ich mag da keinen Vorwurf draus machen, richtet sich primär nach den Forderungen, die zu ihm durchdringen. (Altmaier hat das auch an einem Beispiel akuter Kauderei dargelegt, die im Internet hoch und runter ging, im RL aber nicht wirklich wahrgenommen wurde bei ihm.) Ansonsten wird der ist-Stand verwaltet.

Leider ist das aber auch der Hauptpunkt, der in den letzten Jahren moniert wird. Es ändert sich nichts. Es wird notdürftig zusammengeflickt. Zukunftsvisionen darüber hinaus, grundlegende Reformen, werden auf Halde geschoben. Symptomatisch, das Politiker ihren eigenen Einfluss immer geringer schätzen.

Dabei sind sich eigentlich die meisten einig, das "dieses Internet" nicht wieder weggehen wird. Ich gehe sogar noch weiter und sage, das Internet ist ein Weg, der schrumpfenden materiellen Realgüterproduktion eine neue boomende immaterielle Realgüterproduktion entgegenzustellen und sich endlich von dem unseeligen Hoffen, die Banken würden die deutsche Wirtschaftskraft retten, zu verabschieden. Müsste man natürlich Vorraussetzungen schaffen, also über die Gegenwart hinausschauen.

Aber da hat Altmaier auch recht, wenn er sagt CDU/SPD seien nunmal Tanker und keine Schnellboote, dementsprechend unwendig und schwerfällig. Ich vermute in den Parteien wird es ohne einen oder mehrere Generationenwechsel keine Änderungen in der Netzpolitik geben.

Und er hat es ja auch ganz klar gesagt, wer nicht bereit ist für Veränderungen, wird untergehen.

In diesem Sinne

klar machen zum ändern.

 

Unbeliebte Randgruppen bei den Piraten

Es ist, wie es ist.

Die Piraten sind eine neue Partei, es scheint noch alles möglich und deshalb zieht sie auch noch eine disperse Menge an Menschen an, die in ihr eine Möglichkeit sehen ihren politischen Positionen Geltung zu verschaffen.

Bisher haben die Piraten es sich hier nicht leicht gemacht. Tauss wurde und wird immernoch diskutiert, gerade sein Umgang damit polarisiert. Ex-NPDler, die Karrieren hinter sich haben. Jetzt ein oder mehrere Scientologen.

Das sind alles Fälle, die bisher nicht zu kurzen, schnellen Entscheidungen führten.

Es wird diskutiert.

Und wie könnte es auch anders sein? Haben die Piraten nicht den Anspruch auch Jene teilhaben zu lassen, die bisher keine Repräsentation erfahren haben? Kann man jemand ausschließen wegen singulären Punkten seiner Vergangenheit und wann wird daraus ein Abschnitt?Wie verzeilich sind Fehler? Wann kann man einem Menschen seine Angehörigkeit zu einer Gruppe zum Parteiausschlussgrund machen?

Fernhalten kann man diese Menschen in den wenigsten Fällen. Wer sollte sie vorher durchleuchten? Gesinnungsfragebögen? Es bleibt der nachträgliche Ausschluss und der will von einer Partei, die für sich beansprucht, möglichst breite Gesellschaftsschichten zu vertreten, wohl überlegt sein. Der einzige Hebel bisher ist, neben dem Gesetz die Extremismusklausel.

Und auch hier die Frage, woran erkennt man Extremismus?

Wenn sich jemand extremistisch äußert oder so handelt.

Punkt.

Alles andere endet in Gesinnungsschnüffelei, die wir gerade bezüglich Indect oder Antiterrorgesetze so anprangern.

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?

Deswegen kann man sagen NPDler die Posten und Pöstchen besetzten, müssen gewusst haben,was sie dort taten, also haben sie gegen die Klausel verstoßen, also ist der Ausschluss richtig.

Ob das für Glaubensgemeinschaften auch gilt?

Kann ich jedem Katholiken den Missbrauch in katholischen Einrichtungen vorwerfen? Hat er das durch seine Kirchenmitgliedschaft nicht wissentlich unterstützt?

Und genauso die Frage bei Scientologen. Sind sie durch ihre Mitgliedschaft Mittäter des Systems? Oder doch nur Menschen, die an den Ketten ihres Glaubens halt finden und in Kauf nehmen, damit durch die Gegend geschleift zu werden?

Vorwerfen kann man diese Praktiken Jenen, die Funktionsträger dieser Organisationen sind und dieseso aktiv aufrecht erhalten.

Das Scientology offensiver Geld eintreibt und Mitglieder unterdrückt als z.B. Katholiken ist für mich nur ein gradueller Unterschied.

Religion ist Privatsache, bis sie anfängt sich im Rechtsrahmen unseres Landes zu organisieren oder Personen sie zum Grundsatz nehmen Gesetze zu brechen. Das Problem liegt in der Schonung von Religionsgemeinschaften und solchen, die sich dafür halten, wenn es um Rechtsverstöße geht. Auch hier herrscht partielle Blindheit  und diese ist das eigentliche Problem.

Solange niemand versucht, bei den Piraten für seine Kirche Politik zu machen oder gar zu missionieren, kann man ihm die politische Mitarbeit nicht grundsätzlich verwehren.

Das ist nicht bequem, aber wegen Bequemlichkeit wurden die Piraten ja auch nicht gegründet, oder?

Piratige Sehnsüchte

Mit Globalwarming ist das so eine Sache, denn unser Klima wird zwar wärmer, aber eigentlich sehen wir die ganze Zeit nur Wetter.

Klima ist das zeitliche Mittel des lokalen kurzfristigen Wetters.

Ein Indiz für Klimaerwärmung ist z.B. das gehäufte Auftreten von Extremwetterlagen.

Stürme.

Eine andere Art von gehäuften Extremwetterlagen beobachtet man in letzter Zeit in dieser Welt Internet und man hat das Gefühl vorallem die Piratenpartei zieht sie magisch an.

Gerade nach Berlin shitstürmt es am laufenden Band.

Und so wie die Klimaerwärmung zum Großteil auf unseren enormen Ausstoß an mehratomigen Gasen (n>2) zurückzuführen ist, so scheint diese Shitstürmerei zu einem Großteil (nicht nur) auf den enormen Ausstoß an Hoffnung zurückzuführen zu sein.

Hoffnung und Piratenpartei?

Klar, da kommt bei vielen der Zynismus durch, aber den meisten Internetmenschen dürfte der Begriff Netzpartei trotzdem anders im Kopf hängen, als dies von den Bundestagsparteien gedacht war.

Denn während dieser Begriff eher die begrenzten Fähigkeiten und die Monothematik negativ betonen sollte, ist es für viele ein letzter Funken Licht am Horizont.

Hier ist ein Teil der Gesellschaft, der Angst hat am Ende vor dem schwarzen Bildschirm zu sitzen, um einen Gutteil des sozialen Lebens und der Möglichkeiten gebracht.

Klar es gibt Beck, Altmaier, Bear.

Randerscheinungen.

Aber die Piraten sind und bleiben wohl auch vorerst die einzige Partei, die das Örtchen Internet wirklich ernst nehmen. Nicht weil wir hier alle so gerne gratis kopieren oder mobben oder Pornos runterladen, sondern weil wir hier auch leben.

Die Piraten sind im Moment die Einzigen, die in diesem Örtchen Internet über Kindergärten, Straßenbau oder Einkaufszentren reden. Bei den Anderen Parteien hat man das Gefühl sie wären sich noch nicht einig, ob man nicht doch besser den Ort planiert, damit der Braunkohletagebau nebenan weitergehen kann.

Und mit dieser Angst ist da auch Hoffnung auf die Piraten und gleichzeitig die Angst, das sie es versauen.

Sie sind momentan für viele die beste Chance dieses Netz zu repräsentieren. Und das Netz gibt die Möglichkeit die Art dieser Präsentation zu beeinflussen, zumindest die Chance gehört zu werden.

Und gerade weil das Netz für Netznutzer nur das Mittel zum Zweck ist, die Infrastruktur, stürmt es um jede Ecke, wenn wieder Fragen aufkommen, welche Verkehrsmittel hier fahren sollen, welche Farbe die Fassade haben soll und wieviele Kindergärtner die Kita bekommt.

Die Piraten als Hoffnung auf Partizipation und die Angst, das das gerettet Netz nicht das sein könnte, was sie lieb gewonnen haben.

Gleichzeitig scheint hier auch eine gewisse Bequemlichkeit durch. Ich schreie, du springst. Ganz wie der Sohn, mitte dreißig, der sich von Mama die Wäsche waschen lässt und quengelt, wenn sie den Weichspüler vergessen hat.

In einem kann man sich sicher sein. Den wenigsten Menschen im Netz sind die Piraten egal. Und vllt. hilft der Sturm wenigstens ein wenig, das die Piraten nicht aus den Augen verlieren, was sie eigentlich wollen.

Wer nicht zusammenhält wird weggeweht.

 

 

Zugfahrtgeschichten aus der Hölle

*knirsch* *wupp*

Die Türen öffnen sich, Menschen strömen aus dem Zug ins Freie.

Nach geduldigem Warten steigt man schließlich ein.

Alles voll.

Menschen stehen bereits im Ein-Austeigebereich des RegionalExpress und man sucht sich eine 'stille' Ecke wo man wenigstens nicht im Weg steht.

Freitag, kurz nach  Mittag.

Gute Idee.

Die ersten Wochendpendler mit Schülern und ahhh der Grund warum einem gleich beim Einsteigen zwei nette Polizisten in Einsatzklufft und vorgeschnallten Helmen begrüßten.

Die örtliche Abteilung für Feuerwerk, Faustmassage und Rettung insolventer Brauereien fährt auf Auswärtsspiel.

Steht man also zwischen Schülern und gelb-blau Beschalten, sieht den DB-Sicherheitsservice vorbei flanieren und beglückwünscht sich selbst ausgiebig den Anschlusszug nicht unter 30 min Sicherheitsabstand genommen zu haben.

Kommen wir also in Hannover an.

Raus aus dem Gedränge.

Liebevoll kümmert sich auch die Polizei um den schon stärker alkoholisierten Teil der Fahrgäste, damit diese vor lauter Raucherpause das Einsteigen nicht vergessen.

Puh.

Da kommt auch schon der nächste Grund für meine unbändige Liebe zum Öffentlichen Personennah- bzw. Fernverkehr.

Auf Grund polizeilicher Ermittlungen wird der Zug sich vorraussichtlich um 20 Min verspäten.

War ja zu erwarten, wenn man in einen ICE steigen will, der aus Berlin kommt, dann ist man auch von Berliner Pseudoterroristen betroffen.

Die nächsten 40 Minuten versüßen dann ein Notarzteinsatz am Gleis, Durchsagen das der IC xyz heute nicht nach Hinterkukusdorf fährt und ein spontan einfahrender, leerer Regionalexpress.

Aus 20 werden 30 Minuten, aber schließlich ist der Zug doch angekommen. Also bitte alles Einsteigen, aber auch in die richtige Hälfte.

Unterwegs wird nämlich getrennt und wer in der falschen Hälfte sitzt, landet halt am falschen Ziel.

Aber über Ziele müssen wir uns noch garnicht ärgern.

Auch unterwegs haben wir wieder Ballentusiasten, die mit Eintrittskarte und RedBullhaltigen Erfrischungsgetränken bewaffnet garnicht verstehen können, warum sich umstehende Fahrgäste garnicht über ihre Witze beömmeln können, von denen man ohne Problem ein gestapeltes Dutzend durch die geschlossene Zugtür schieben könnte.

Richtig spannend wird es in Dortmund, es ist kurz vor 17 Uhr und eigentlich sollten wir schon seit 38 Minuten angekommen sein.

Erregtes Geschimpfe an den Zugtüren.

Gegrummel des Zugbegleiters, wie oft er sich noch wiederholen soll, der Zug fahre nicht nach Bochum.

WAS?

Okay ruhig bleiben, schlechter Scherz ahoi.

Der Zug fährt weiter und dann kommts:

Aufgrund eines möglichen Bombenfunds am Hauptbahnhof Bochum hält dieser Zug nicht in Bochum. Der nächste Halt ist Essen, von dort besteht die Möglichkeit mit einer Straßenbahn nach Bochum zu gelangen.

Schick!

Die Drei Fußballheinis, die die ganze Zeit schon nerven, fragen die Zugbegleiter, wer ihnen denn nun das Taxi zum Stadion bezahlt, wir wären überfällig und überhaupt, was die Scheiße überhaupt solle.

Um 17:19 schließlich erreichen wir Essen.

Aussteigen.

Ich war noch nie in Essen, aber immerhin am Bahnsteig schon die Durchsage Straßenbahn Richtung Bochum um 17:26 von Gleis X.

Fein fein, denkt man sich, wird schon, wir kommen schon an..

Straßenbahn fährt pünktlich ein um die Durchsage nicht zu verpassen, das diese Linie nicht bis Bochum fährt, aufgrund eines Bombenfunds am Hauptbahnhofs.

Man solle doch bitte den RegionalExpress nach Gelsenkirchen nehmen und von dort aus mit der Straßenbahn nach Bochum fahren.

Ähm ja, das hatten wir gerade, deshalb stehen wir jetzt in Essen.

Schlussendlich Ortskundigem angeschlossen, und mit anderer Straßenbahn und Umsteigen über Bochum Dahlhausen vorgetastet und angekommen.

Um 18:30 aus dem Bochumer Hauptbahnhof gestiegen.

Letztlich also knackige zwei Stunden Verspätung, eine gute Stunde davon aufgrund einer gebrauchten Friteuse und eines Teppichs.

Das sind dann die kleinen Nebenschauplätze der allgemeinen Terrorpanik.

PS: Aber natürlich könnte es schlimmer sein. Eine heutige Mitreisende hatte das unheimliche Glück mit airBerlin nach Hamburg fliegen zu wollen. Leider hat airBerlin den Monat vertauscht, die Gnädigste hat jetzt ein Ticket für den 17.11. und natürlich keinen Anschlusszug in Hannover bekommen. 8 Minuten Umsteigezeit sind auch an 'normalen' Tagen für die Bahn schon seeeehr knapp.

Mehdornwitze bitte hier einfügen.

 

Ärzte gegen Tierversuche

Die Regionalzeitung hat heute wieder den Vogel abgeschossen.

Weil heute Welttierschutztag ist, fühlte sich die Zeitung genötigt, etwas über Tierschutz zu schreiben und da scheint irgendwer wenig Lust gehabt zu haben für Recherche, also hat man es sich leicht gemacht und den ortsansässigen und international aktiven Verein "Ärzte gegen Tierversuche" gefragt. (leider nicht online)

Tierversuche, da sind die Sympathien schnell ausgemacht, weshalb man sich dann auch einfach unhinterfragt bei den Argumenten der Stellv. Vorsitzenden bedient hat. Das Helmholtz-Institut wurde nur kurz am Rande mit in etwa "kein Kommentar" zitiert.

Das hat mich dann doch etwas angefressen, also habe ich folgenden Kommentar, der evtl. dann mal abgedruckt werden könnte, verfasst.

Die Ärzte gegen Tierversuche sind ein gutes Beispiel für eine gute Intention mit miserabler Umsetzung. In ihrer Überzeugung, alle Tierversuche wären unnötige Quälereien, hat sich der Verein in pseudowissenschaftliche und esoterische Erklärungen geflüchtet und diskreditiert so den begründeten Wunsch Tierversuche auf das Nötigste zu beschränken. Auch wenn für die Mitglieder klar ist, "dass die heutigen Zivilisationskrankheiten vor allem durch Faktoren wie Rauchen, Alkoholmissbrauch, falsche Ernährung, Stress, mangelnde Bewegung usw. bedingt sind." und die "naturwissenschaftliche Basis der Medizin überbewertet" wäre, so stellt sich nunmal die Frage, worin die Alternative für wissenschaftlich arbeitende Forscher besteht. Die Forderung des Vereins, Tierversuche durch "humanere Verfahren" zu ersetzen, birgt hier eine unangenehme Zweideutigkeit.

(Zitate aus der Homepage des Vereins entnommen: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/ueber-uns/grundsatzerklaerung sowie: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/presse/kurzportrait )

Um so etwas wie eine Veröffentlichungschance zu haben, habe ich versucht, mich gesittet und kurz auszudrücken.

Aber da ich hier Platz und Freiraum habe: Wie kann man nur auf die hinverbrandte Idee kommen, solche ausgewiesenen Esospinner und Menschenfeinde ein Forum zu bieten?

Mr Gatekeeper, you fucked it up!

Ansonsten hat @Esowatchcom das schon ausreichend aufgedröselt.

 

[Update]

Sie haben meinen Leserbrief bisher nicht gedruckt. Anscheinend war ich aber nicht der Einzige, der sich über den Artikel aufregte. Ein thematisch ähnlicher Leserbrief zu dem Artikel wurde heute zum Anlass genommen den Leserombudsrat auf einer 2/3 Seite darüber philosophieren zu lassen, was an dem Artikel nun gut oder schlecht war.

Zumindest scheint angekommen zu sein, dass etliche Menschen die Sichtweise des Journalisten nicht teilten. Leserbriefe, die sich positiv zu dem Artikel äußerten sind bisher nicht abgedruckt worden.